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Die Lehrerschaft der Kristina Academy
Kristina Academy ist in das Jahr 2021 gegangen.

Ein sehr kompliziertes, anstrengendes Jahr 2020 liegt hinter uns. Es war ein Schuljahr, das uns hier in Tiwi, so wie in ganz Kenia, an Grenzen gebracht hat. Kristina Academy, Asante e.V. in Tiwi, standen vor Herausforderungen, welche wir nie andenken hatten können. Asante e.V. und somit Kristina Academy, der Kindergarten Little Kristinas verwandelten sich in einen Ort, der versuchte, dem Hunger, der seit April 2020 die Region erfasst hatte, zumindest für unsere 730 geförderten Schulkinder zu mildern. Unsere Kindergartenkinder, Schulkinder, Gymnasiast*innen, Berufsschüler*innen und Studierenden waren durch die COVID-19 Pandemie in eine Zeit gedrängt worden, die ohne Ihre Hilfe, liebe Pateneltern, liebe Freunde, liebe Gönner in Deutschland, unvorstellbaren Schaden bei unseren Kindern und deren Familien verursacht hätte. Von heute auf morgen waren all unsere Schulkinder seit Ende März 2020 zuhause, der Schulbetrieb war landesweit geschlossen worden. Der Tourismus, Arbeitgeber der meisten Eltern unserer Schulkinder, war schon im März 2020 nur noch Erinnerung.

In unserer ganzen Region stehen die Namen Asante e.V. und Kristina Academy für ein Wunder. Und das zurecht. Sie, verehrte Pateneltern und Förderer, haben Unmögliches bewirkt: Sie haben unsere Asante-e.V. geförderten Schulkinder mit ihren Familien bis heute durch diese Zeit geleitet.

Wir sind nun im Februar 2021 angekommen. Unsere Kinder sind zurück in ihrer geliebten Schule und in ihrem Kindergarten. Ich schaue sie an und mag es kaum glauben: Fröhlich, gesund, fast ausgelassen lernen sie seit Wochen wieder. Ihr Leben hat sich schon mit dem ersten Schultag verändert. Liebe Pateneltern unserer Kinder, liebe Freunde. Sie haben es mit Ihren hilfreichen, Leben verändernden Spenden möglich gemacht, dass unsere Kinder dort wiederbeginnen durften, wo man sie Ende März gestoppt hatte.

Natürlich haben sich seit Januar 2021, dem ersehnten Beginn des kenianischen Schuljahres, zu unseren Schulkindern neue Kinder aus der Umgebung gesellt. Wir haben in unsere vollen Kindergarten- und Schulklassen Kinder geholt, die auf den Straßen waren, weil ihre Schulen zusammengebrochen sind. Es sind Kinder von Eltern, die in der immer noch grassierenden Hungersnot keinen Cent für Schulausbildung aufbringen können. Was uns die Eltern immer wieder sagen, hört sich so an: „Entweder ich schaffe es, meiner Familie Essen zu besorgen, dann müssen die Kinder von der Schule zuhause bleiben. Oder ich schicke meine Kinder in die Schule – dann haben wir nichts zu essen.“

Es war ein Muss für mich zu reagieren. Nur weil ich zahlreiche Kinder in unsere Kristina Academy aufgenommen habe, konnte ich meinen Emotionen standhalten.

Und so füllten sich unsere Klassen, die schon zu Beginn 2020 übervoll waren. Social Distancing? Auch in Kenia ein Muss. Wir mussten reagieren: zweizügige Schulklassen wurden aufgeteilt in drei Klassen. Viele fehlende Schulpulte mussten auf die Schnelle gezimmert werden. Lehrkräfte mussten sich Lehrerzimmer teilen, die Schulkinder benötigten jeden Raum.

Wir haben fast alles geschafft, was man uns befohlen hat. Was wir nicht schaffen konnten, war, zusätzliche Klassenräume bereitzustellen, das ist eine Finanzierungsfrage. Und noch immer hat Essen Priorität für alle. Wir hoffen im Laufe der nächsten Monate, Jahre, die fehlenden Klassenräume bauen zu können. Gerne werden wir dann mehr Kinder in unsere Schule holen.

Liebe Pateneltern, liebe Freunde alle, die Sie unsere Kinder und deren Familien durch die Zeit getragen haben, ich kann Ihnen mit Freude schreiben: Die Schulausbildung unserer Patenkinder ist zurück in geordneten Bahnen. Mit fünf neuen Lehrkräften in der Schule, mit drei neuen Kindergärtnerinnen halten wir den Anforderungen der Behörden und dem Andrang mittelloser Schulkinder stand. Wir bieten unseren Kindern bei Frühstück und Mittagessen zusätzlich Erdnüsse, Bananen, Obstsaft, damit sie die Schulleistung, die die Lehrer von ihnen erwarten, auch erbringen können. Noch sind viele Kinder geschwächt, noch müssen wir immer wieder ein Kind zum Bluttest ins Labor schicken und uns nach diesen Ergebnissen richten.

Unsere Mitarbeiterin Susanne Birkle war am 3. Januar 2021 zur Hilfe bei diesem außergewöhnlichen Schulbeginn eingeflogen, sie gibt Ihnen nun freudig Bericht von allem, was wir gemeinsam erleben konnten.

Endlich wieder Schule!

Am 6. Januar startete das Schuljahr für alle Kinder. Es war ein großer Tag nach einer so langen Zeit, die die Kinder zuhause bleiben mussten. Ihre Lehrkräfte hatten sie zwar in Kleingruppen außerhalb der Schule unterrichtet, aber das war nun mal keinem Schulleben gleichzusetzen!

Die ersten Tage glichen einem Bienenschwarm. Klassen wurden neu geordnet. Essen und Pausen müssen nun in Schichten laufen, die Klassen sollen getrennt bleiben. Und in all den Aufgaben müssen die Abschlussschülerinnen und -schüler auf das Examen vorbereitet werden, das Ende März stattfindet.

Auch unsere Gymnasiastinnen und Gymnasiasten und die Studierenden an den Berufsfachschulen und Universitäten freuten sich, in ihre Einrichtungen zurückkehren zu können. Sie hatten zum ersten Mal in ihrem Leben mit den Smartphones, die wir ihnen stellen mussten, am Online-Unterricht ihrer Schulen teilgenommen und damit gelernt, was Distanzunterricht ist. Doch nun waren sie sogar froh, die Mobiltelefone wieder abgeben und ihre Ausstattung, Taschengelder und Fahrtkosten entgegennehmen zu können. Am 8. Januar hatten uns dann auch der letzte Schüler und die letzte Schülerin verlassen, und sie waren ins Internat zurückgekehrt.

Jetzt, Ende Januar, sind wir froh und erleichtert, dass alles wieder läuft. Endlich wieder Leben in unserem Montessori-Kindergarten und in unserer Grundschule!

In den vergangenen Monaten haben uns unzählige Emails und Anrufe mit Fragen über die Situation in Tiwi und den Fortgang der Ausbildung erreicht. Wir möchten Ihnen mit diesem Newsletter nicht nur unsere Freude weitertragen, endlich wieder mit den Kindern arbeiten zu können, sondern hoffentlich auch Fragen beantworten, die sich für Sie alle ergeben haben.

Wie läuft das eigentlich nun mit den Klassenstufen, und wie sieht das mit den Patenbeiträgen aus?

In Kenia ist das Schuljahr identisch mit dem Kalenderjahr. Corona hat dies durcheinandergeworfen. Dennoch möchte das Bildungsministerium keine Klassen wiederholen oder überspringen lassen. Es wurde deshalb eine Straffung des Lehrplans und eine Verkürzung von Ferienzeiten erarbeitet, und die Kinder holen bis zum Ende 2022 den Stoff der Klassenstufen nach. Ab Januar 2023 soll alles wieder im Rahmen sein und Ihr Patenkind ist dann in der Klassenstufe, in der es auch ohne die Unterbrechung durch Corona gewesen wäre.

Wir sind dankbar für diese Lösung, denn somit bleiben auch die finanziellen Anforderungen gleich. Bitte bleiben Sie mit Ihrem Dauerauftrag oder Ihrer jährlichen Zahlung im gewohnten Rhythmus. Die Patenbeiträge sind gleichgeblieben. Für den Fall, dass Sie sich unsicher sind, haben wir die Beiträge hier noch einmal zusammengestellt:

Kindergarten: 220.- € (oder 18,50 € monatlich)
Kindergarten für Waise/Halbwaise/extrem bedürftig: 320.- € (oder 27,50 € monatlich)
Grundschule: 290.- € (oder 24,50 € monatlich)
Grundschule für Waise/Halbwaise/extrem bedürftig: 390.- € (oder 33.- € monatlich)
Gymnasium: 600.- € (oder 50.- € monatlich)
Berufsausbildung/Universität: 1000.- € (oder 84.- € monatlich)

Wir werden Sie wie bislang üblich informieren, wenn Ihr Kind sich dem Abschluss einer Ausbildungsphase (Kindergarten, Grundschule, Gymnasium etc.) nähert.

Schulspeisung, Nahrungsmittelhilfe für die Waisenkinder und Corona-Soforthilfe. Was bekommen die Kinder und Familien aktuell?

Weiterhin erhalten die Menschen durch unsere „Corona Soforthilfe“ Lebensmittelgaben für zuhause. Schlimm ist, dass der Tourismus weiterhin ausbleibt und die Arbeitssituation sich für die Menschen leider nicht ändert. Und so ändert sich auch die Situation für die Elternhäuser nicht. Mit der Schulspeisung erreichen wir täglich endlich wieder unsere Schülerinnen und Schüler, mit der Corona-Soforthilfe aber auch ihre Familien und Geschwisterkinder zuhause. Wir werden dies fortsetzen, solange sich die Situation in Tiwi nicht verändert. Wir können die Menschen nicht ohne Hilfe auf sich allein gestellt sehen.


Die 14-tägige Ausgabe der Nahrungsmittelhilfe für die Angehörigen von Waisenkindern, Halbwaisenkindern oder extrem bedürftige Familien ist unabhängig von anderen Hilfen. Sie dient dazu, dass Kinder, die in ihren Großfamilien herumgereicht und untergebracht würden, ein festes Zuhause und auch einen Stellenwert als Nahrungsmittelgarant für die Familie haben, in der sie aufgenommen sind. Der Beitrag dafür ist 100.- € jährlich, der in den Patenbeiträgen (s. oben) kalkuliert ist.

Im Rahmen der Schulspeisung erhalten die Kinder neben dem Porridge am Morgen auch mittags ausgewogene und vielseitige Nahrung. Wir haben 9 Monate ohne Schulspeisung aufzufangen und haben es uns mehr als jemals zur Aufgabe gemacht, dass die Kinder gesund und ausgewogen essen.

Wann erhalten Sie die Patenbriefe?

Alle in Colleges, Berufsfachschulen und Universitäten geförderten jungen Menschen haben ihre Briefe geschrieben, bevor sie zu ihren Ausbildungsorten aufbrachen. In der Schule nutzte ich die freien Stunden, in denen sich die Lehrkräfte besprachen, und teilte Briefpapier in den Klassenzimmern aus. Die Kindergartenkinder freuten sich über die Arbeit mit Fingerfarben. Es wurden schöne Werke – lassen Sie sich überraschen!

Die Patenbriefe werden im Februar nach Deutschland kommen. Sollte Sie kein Brief erreichen, haben Sie bitte etwas Geduld, der zweite Brieftransport kommt Ende März. Die nächsten Briefe sollen dann wie gewohnt im Herbst 2022 in Ihren Briefkästen liegen.

Außerschulische Aktivitäten

Wir freuen uns unglaublich, dass wir im neuen Schuljahr unseren Kindern wieder eine Vielfalt von zusätzlichen Fächern und Aktivitäten bieten können. Wir hören den Musikunterricht aus den Klassenzimmern, und auch der Schulchor und der Chor der Lehrer und Angestellten hat seine Proben wieder aufgenommen!

Der Deutschunterricht, den unser Mitarbeiter David Mietzner bis März 2020 gehalten hatte, wird durch einen Deutschlehrer übernommen, der seine Ausbildung am Goethe-Institut gemacht hat. Auch Handarbeits- und Werkunterricht für einige Klassenstufen ist im Lehrplan, ebenso Kunstunterricht. Wir freuen uns, dass unser Sportlehrer Georg Becker auch in diesem Jahr aus Deutschland gekommen ist, um mit den 4. Klassen Schwimmunterricht zu machen. Er hat bereits begonnen und die Viertklässler sind stolz, dass nun auch sie endlich an der Reihe sind.

Wir sind besonders glücklich, dass unser neuer Schulbus pünktlich zum Schulbeginn auf dem Schulgelände eingetroffen ist. Der bereits vorhandene ältere Bus und der Minibus haben es nicht mehr geschafft, der wachsenden Zahl der Kinder Herr zu werden, denen wir dank Ihrer unermüdlichen Hilfe die Chance auf gute Ausbildung geben können. Nun endlich können alle Kinder wieder sicher und pünktlich durch Tiwi in die Schule kommen.






Das Frauenprojekt

Auch unsere Häklerinnen und die Frauen aus dem Näh- und Kartenprojekt freuen sich, dass Normalität einkehrt. Sie haben ihre Arbeit nach der langen Weihnachtspause wieder aufgenommen. Fleißig werden Karten geschöpft, beklebt, verpackt. Die Schneiderinnen nähen aktuell Schuluniformen, und die Häkelfrauen hoffen, dass es in diesem Jahr wieder möglich sein wird, ihre Engelchen, Herzen und Schmetterlinge auf den Basaren in Deutschland verkaufen zu können. Wir danken Ihnen allen für Ihre jahrelange und treue Unterstützung, damit diese gut 70 Frauen und ihre Kinder ein ordentliches und selbstbestimmtes Leben haben können!


Ich war froh und dankbar, an dem Wiederbeginn des schulischen Lebens teilnehmen zu dürfen, und wünsche mir von ganzem Herzen, dass es baldmöglichst eine Rückkehr ins gewohnte Leben geben kann, so dass auch die Elternhäuser unserer Kinder und alle Nachbarn endlich wieder eine Perspektive haben.
Susanne Birkle

Wir, Asante e.V. Deutschland, Asante Tiwi Charitable Trust Kenia freuen uns, Ihnen allen, verehrte Pateneltern, Förderer, Gönner, Mitglieder, nach vielen Monaten von gegebener Katastrophenhilfe endlich wieder einen fröhlichen Newsletter senden zu können. Dafür danken wir Ihnen. Ausschließlich Sie haben die Kinder und ihre Familien in der Region Tiwi/Kenia durch diese Zeit gebracht und somit einen wunderschönen Schulanfang für Little Kristinas, für die Kristina Academy und für all unsere Schüler*innen in weiterführenden Schulen möglich gemacht.

Im Namen Ihrer Patenkinder, im Namen der jungen Mütter die in diesen Monaten hungernd entbunden haben und ohne Hilfe von Asante e.V.  hungernd ihre Kinder hätten stillen müssen, im Namen unserer großen Nachbarschaft, die Dank Asante e.V. mit ihren Kindern betreut werden konnten, im Namen von vielen Cerebral-Palsy-Kindern und ihren Eltern danke ich Ihnen.

Ihre
Christine Rottland

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Unsere Website

Wenn Sie diese E-Mail (an: info@inkasso-werner.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Asante e.V.
1. Vorsitzende: Dr. Angelika Mietzner, 2. Vorsitzende: Corali Groß
Ehrenvorsitz: Christine Rottland
Geisselstr. 95
50823 Köln
Tel: 0160 6504957
Mail: Info@Asante-eV.de